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29. Juni 2026

CHIC-Community und das Berliner Startup-Ökosystem fest im Blick

Der neue CHIC-Leiter Timo Haake spricht im Interview über das Potenzial des Gründungszentrums für technologieorientierte Start-ups

Timo Haacke sitzt an einem Schreibtisch vor einer Fensterfront.
Timo Haacke mag die abwechslungsreiche Arbeit mit Gründenden und jungen Unternehmen. Foto: Timo Haacke

Wer neu ins CHIC kommt, lernt zunächst die Menschen kennen. So geht es derzeit auch Timo Haacke. Seit Anfang April leitet er das Charlottenburger Innovations-Centrum und verschafft sich einen Überblick über Haus, Mieter und Netzwerk. Im Interview erzählt er, was ihn in den ersten Wochen überrascht hat und welche Rolle Community für die Zukunft des CHIC spielen kann.

Timo, zunächst einmal herzlich willkommen im CHIC. Du bist seit Anfang April neuer Centerleiter. Was hat Dich an dieser Aufgabe gereizt?

Ich habe die vergangenen acht Jahre im Bauwesen gearbeitet, zuletzt als Projektleiter und Controller. Irgendwann entstand bei mir der Wunsch, wieder stärker in Richtung Vertrieb und Gründungsthemen zu gehen. Da kam die Stelle im CHIC genau zum richtigen Zeitpunkt. Sie verbindet für mich zwei Bereiche, die mich interessieren: Immobilien auf der einen Seite und die Arbeit mit jungen Unternehmen auf der anderen.

Was fasziniert Dich an der Arbeit mit Gründenden und jungen Unternehmen?

Mich begeistert vor allem, wie Menschen ihre Ideen verfolgen und daraus ein Unternehmen aufbauen. In einem Gründungszentrum gibt es viele unterschiedliche Ansätze und Geschäftsmodelle, da bin ich oft sehr nah an neuen Entwicklungen dran. Das macht die Arbeit abwechslungsreich und spannend.

Du bist jetzt seit einigen Wochen im Amt. Was hat Dich in dieser Zeit besonders überrascht?

Überrascht hat mich vor allem, wie lange viele Start-ups im CHIC bleiben. Ich hatte ursprünglich gedacht, dass die Unternehmen nach ein oder zwei Jahren weiterziehen. Tatsächlich sind manche bis zu acht Jahre hier. Außerdem beeindruckt mich, wie groß das Gebäude ist und welche Geschichte dahintersteckt. Für Vorbeifahrende wirkt es wie ein gewöhnliches Bürogebäude. Erst wer hier arbeitet oder ins CHIC reinkommt, merkt, wie viel Leben und Entwicklung darin steckt.

Welche Rolle kann das CHIC für technologieorientierte Start-ups in Berlin spielen?

Das CHIC ist ein innovativer Hotspot im Zukunftsort „Campus Charlottenburg“. Start-ups erhalten hier Unterstützung, Beratung und können auf Ressourcen und Netzwerke zugreifen. Das fängt bei der Bereitstellung von Infrastruktur an, geht über Mentoring, Zugang zu Fördermitteln, Kooperationen mit Hochschulen und Industrie bis hin zur Unterstützung bei Markterschließung und Skalierung.

Für mich ist eine wichtige Aufgabe, das CHIC noch sichtbarer zu machen und seinen Wert im Berliner Technologie- und Startup-Ökosystem zu stärken. Das geht über Events hinaus auch mit einfachen, direkten Maßnahmen. Mein Ziel: möglichst vielen Studierenden in Berlin und Brandenburg bekannt zu machen, dass das CHIC ein Treiber ist und ein konkreter Anlaufpunkt, wenn sie gründen möchten.

Viele Start-ups entscheiden sich bewusst für ein Gründungszentrum. Was erwarten sie aus Deiner Sicht von einem Ort wie dem CHIC?

Aus den ersten Gesprächen mit den Mietern habe ich mitgenommen, dass es nicht nur um Büroräume geht, sondern der Austausch mit anderen Gründenden und Unternehmen elementar wichtig ist. Genau darin sehe ich großes Potenzial. Das CHIC kann ein Ort sein, an dem man voneinander lernt, Kontakte knüpft und im Idealfall gemeinsame Projekte entwickelt. Ich habe den Eindruck, dass viele Start-ups sich eine solche Community ausdrücklich wünschen und auch bereit sind, sich einzubringen.

Was ist Dir in der Zusammenarbeit mit den Unternehmen besonders wichtig?

Mir ist wichtig, dass wir offen, ehrlich und vertrauensvoll miteinander umgehen. Durch regelmäßigen Austausch erfahren wir, wo die Unternehmen stehen, welche Herausforderungen sie haben und wie wir sie unterstützen können. Eine gute Zusammenarbeit lebt für mich davon, dass wir im Gespräch bleiben.

Wie möchtest Du die Vernetzung im Haus stärken?

Ich plane regelmäßige Formate zu etablieren, bei denen die Unternehmen sich hier im CHIC austauschen. Denkbar sind monatliche Abendveranstaltungen, bei denen Mieter sich vernetzen und neue Kontakte knüpfen können. Gleichzeitig holen wir externe Experten zu Themen wie Finanzierung, Recht oder Unternehmensentwicklung ins Boot. Mir ist wichtig, dass alle wissen, wer im Haus sitzt, was die anderen machen und wo sich potenzielle Anknüpfungspunkte für gemeinsame Projekte ergeben.

Worauf freust Du Dich in den kommenden Monaten besonders?

Ich freue mich darauf, die Menschen und Unternehmen im CHIC noch besser kennenzulernen und gemeinsam neue Ideen umzusetzen. Ein Herzensprojekt sind Innovationsworkshops für Schülerinnen und Schüler. Ziel ist es, junge Menschen früh für unternehmerisches Denken zu begeistern und ihnen zu zeigen, wie aus einer Idee ein konkretes Produkt oder eine Dienstleistung entstehen kann. Wenn wir damit vielleicht sogar den einen oder die andere für das Gründen begeistern, wäre das ein wunderbarer Erfolg.

Kai Dürfeld für CHIC! 

Timo Haacke auf LinkedIn

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