„Wir möchten ein Katalysator für gute Ideen sein“
Das CHIC-Start-up Arioviz unterstützt Unternehmen mit Know-how in Robotik und KI, ihre technischen Konzepte bis zur Marktreife zu entwickeln
Gute Ideen gibt es viele. Schwieriger wird es, daraus ein funktionierendes Produkt zu machen. An dieser Stelle setzt Arioviz an. Mit Know-how in Robotik und KI unterstützt das Berliner Start-up andere Unternehmen dabei, technische Konzepte bis zur Marktreife zu entwickeln.
„Viele Unternehmen haben gute Ideen, verfügen aber nicht über alle Ressourcen, um sie selbst umzusetzen“, sagt Arioviz-Gründer und Robotikexperte Talha Ali Arslan. Mal gehe es um Robotik, Sensorik oder Bildverarbeitung, mal um die Integration neuer Funktionen in bestehende Systeme. Die Fachleute auf diesen Gebieten sind sehr gefragt. „Nicht jedes Start-up findet sie gleich zu Anfang“, fügt er hinzu. „Und nicht jedes etablierte Unternehmen, das in einen neuen Bereich vordringen will, kann dafür gleich auch passende Teams aufbauen.“
Wer bei Arioviz anklopft, hat oft bereits ein konkretes Ziel vor Augen. Vielleicht existiert schon ein erster Prototyp. Vielleicht gibt es bislang nur eine Idee und die Frage, wie daraus ein Produkt werden kann. Der wichtigste Faktor dabei ist die Zeit. „Die ist einerseits für Start-ups entscheidend“, erklärt der Robotikexperte. „Denn gerade junge Unternehmen müssten mit begrenzten Ressourcen auskommen und könnten sich Umwege oft nicht leisten.“ Zeit zählt aber auch für etablierte Unternehmen, wenn es darum geht, auf einem umkämpften Markt als Erster ein Produkt zu platzieren. Wer also Fehler früh vermeide und Entwicklungsprozesse beschleunige, verschaffe sich wichtige Vorteile.
Die Idee für Arioviz entstand dabei nicht am Reißbrett. Während seiner Zeit als Ingenieur unterstützte Talha Ali Arslan zunächst Freunde und Bekannte bei technischen Projekten. Aus einzelnen Aufträgen wurden regelmäßige Anfragen. Diese bearbeitete er erst als freier Projektingenieur, bis er 2024 Arioviz gründete.
Robotik als roter Faden
Robotik begleitet den Gründer schon sein halbes Leben lang. Beim Maschinenbaustudium in der Türkei. Beim Masterstudium in den Niederlanden. Und danach bei unterschiedlichsten Automatisierungsprojekten. Mal ging es um medizinische Robotik, mal um autonome Fahrzeuge für Lagerhallen oder industrielle Bildverarbeitungssysteme.
Diese Bandbreite spiegelt sich auch in Arioviz‘ Projekten wider. Eines davon führt Talha Ali Arslan zurück in die Niederlande. Dort arbeitet Arioviz mit Partnern an einem Roboter für den Tomatenanbau. Dieser soll selbstständig durch die riesigen Gewächshäuser fahren und die Pflanzen auf Krankheiten oder Schädlingsbefall untersuchen. Wird das System fündig, können die Landwirte gezielt reagieren, bevor größere Schäden entstehen. Das sichert die Ernte und reduziert den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.
Für die Philosophie, nach der er sein Unternehmen ausrichtet, ist das ein Paradebeispiel. „Wir wollen Unternehmen helfen, wichtige Probleme unserer Zeit zu lösen“, beschreibt er seinen Ansatz. „Statt fertige Lösungen von der Stange anzubieten, begleiten wir unsere Kunden als langfristige Partner. “ Noch wichtiger als die Technologie selbst sei ihm dabei der Nutzen, den sie stiftet.
Zu Hause im CHIC
Als Arioviz 2024 vom Einzelunternehmen zum Start-up wurde, stellte sich auch die Frage nach einem festen Standort. Zunächst arbeitete der Gründer in einem Berliner Coworking-Space. Zu einem der ersten Kunden zählte das Robotik-Start-up ConBotics aus dem CHIC. Durch sie kam der Kontakt zum Center und kurz darauf bezog Talha Ali Arslan sein erstes Büro. Das wurde bald zu klein. Ein größeres musste her und heute stehen dem Team auch Arbeitsplätze zur Verfügung, an denen sie Prototypen aufbauen und neue Systeme testen können. Für ein Unternehmen, das an Robotikprojekten arbeitet, ist das ein wichtiger Schritt.
Besonders schätzt er das Umfeld. Die Nähe zu anderen Technologieunternehmen, kurze Wege und der Austausch mit anderen Gründern sind für ihn dabei essenziell. „Das hat Arioviz den Start merklich erleichtert“, sagt er. „Wenn man versucht, etwas Neues zum Funktionieren zu bringen, braucht man die richtigen Menschen und das richtige Umfeld.“
Spektakuläre Wachstumsziele hat er sich für die kommenden Jahre nicht gesetzt. Stattdessen möchten Talha Ali Arslan und sein Team vor allem weiter an Projekten arbeiten, die einen konkreten Nutzen stiften. Ob Landwirtschaft, Gesundheitswesen oder Industrie: Im Mittelpunkt stehen Anwendungen, die Probleme lösen und Menschen die Arbeit erleichtern. „Wir möchten ein Katalysator für gute Ideen sein“, sagt er. „Unsere wichtigste Aufgabe sehe ich darin, Menschen zusammenzubringen, Wissen zu teilen und Innovationen zu beschleunigen.“
Kai Dürfeld für CHIC!
